3R-Prinzip und TUM 3R+
Gemeinsame Verantwortung und zukunftsweisende Forschung
Die Universität folgt dem 3R-Ansatz und vermeidet (Replace), verringert (Reduce) und verbessert (Refine) Tierversuche wann immer möglich. Darüber hinaus erweitert TUM 3R+ die etablierten 3R-Prinzipien um die Dimension Innovation. Neue Forschungsansätze im Bereich Tierschutz und Ersatzmethoden werden damit aktiv gefördert.
Was ist das 3R-Prinzip?
In den Bereichen, in denen es nicht möglich ist, vollständig auf tiergestützte Forschung zu verzichten, ist das 3R-Prinzip eine international verbreitete Herangehensweise, um Belastungen für Tiere zu minimieren. Sie zielt auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Tieren in der Forschung ab.
- Replace: Alternativen nutzen
Wann immer möglich wird auf Ersatz- oder Ergänzungsmethoden zurückgegriffen. Bereits bei Beantragung von Tierstudien prüfen Forschende, ob die Fragestellung auch durch andere, tierfreie Techniken beantwortet werden kann. - Reduce: Tieranzahl minimieren
Ziel ist es, die Anzahl der Versuchstiere auf ein absolut notwendiges Minimum zu reduzieren, beispielsweise durch effizientere Studien oder vorbereitende Versuche ohne Tiere, die anschließende Tierversuche verringern. - Refine: Versuchsmethoden verbessern
Möglichst schonende Verfahren und artgerechte Haltungsbedingungen reduzieren die Belastungen der Versuchstiere.
TUM 3R+ fördert Innovationen
Die TUM erweitert das etablierte 3R-Konzept auf TUM 3R+ (Replace, Reduce, Refine + Innovate) und unterstützt gezielt neue Forschungsansätze (zum Beispiel die Forschung mit Organoiden) für besseren Tierschutz und die Weiterentwicklung von Alternativmethoden. TUM 3R+ setzt die Schwerpunkte:
Forschung und Innovation
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ergänzen Tierstudien mit neuartigen Ersatzmethoden. Darüber hinaus forschen sie gezielt an zukunftsweisenden Techniken, die Tierversuche reduzieren oder verbessern.
Zentrale Förderung
Der TUM Animal Welfare and Science Council (TUM AWC) stärkt den fachübergreifenden Austausch von Forschenden, die auf Tierstudien zurückgreifen und unterstützt wegweisende Wissenschaft zu neuartigen Komplementär- und Alternativverfahren.
Qualifikation und Weiterbildung
Bereits in der Ausbildung der Forschenden und Mitarbeitenden trägt das TUM 3R+Konzept dazu bei, aktuelle Forschungs- und Tierhaltungsmethoden weiterzuentwickeln. Qualifizierte Teams schaffen die Grundlage für zukunftsweisende tierexperimentelle Forschung.
Wissensaustausch und Vernetzung
Moderne Infrastruktur stärkt die Vernetzung der Forschung, erleichtert den Wissensaustausch über fortschrittliche Ansätze und schafft Synergien zwischen den Forschungseinrichtungen. Dafür etablierte der TUM AWC zum Beispiel die digitale Plattform TUM 3R+Hub und die Sounding Plattform.
Forschungsfelder
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TUM forschen an aktuellen medizinischen, technischen, ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Auch mit Hilfe von Tierstudien. Ein integraler Bestandteil davon ist die stetige Weiterentwicklung von Standards und die Förderung innovativer Forschungsmethoden.
Weiterführende Informationen
- Engagement
- Für Forschende: Login zum TUM 3R+Hub
