Culture of Care: Ganzheitliche Sicht auf Tierforschung
Institutionen, die mit Tieren forschen, tragen eine große Verantwortung, sowohl den eingesetzten Tieren als auch den Forschenden und den Mitarbeitenden gegenüber. Das Wohlergehen der Tiere und der wertschätzende Umgang mit den Mitarbeitenden sind eng miteinander verbunden. Nur wer sich selbst achtet und verstanden fühlt, kann sein Fürsorgeverhalten gegenüber den anvertrauten Tieren stressfrei aufrechterhalten. Mit einer zuverlässig umgesetzten Culture of Care, einer Kultur der Fürsorge, setzen sich alle Beteiligten der TUM auch für die permanente Weiterentwicklung des Tierschutzes und artgerechte Haltungs- und Pflegebedingungen ein.

Was bedeutet Culture of Care?
Culture of Care meint Mitgefühl, Respekt und Verständnis gegenüber allen Lebewesen. Wohlergehen, Haltung und Pflege der Tiere sind Kernanliegen. Ebenso bedeutsam ist das Wohlergehen von Mitarbeitenden, die an Tierstudien beteiligt sind. Menschen, die an wissenschaftlichen Projekten mit Tieren arbeiten, finden sich häufig in einem belastenden ethischen Konflikt wieder. Sie streben nach Forschungsfortschritt, beispielsweise bei der Behandlung von Krankheiten. Ihre Wissenschaft kann das eigene moralische Prinzip herausfordern. Deshalb ist die offene Kommunikation über Vorgehensweisen, Sinnhaftigkeit, aber auch Zweifel oder Konflikte ein wesentlicher Bestandteil von Culture of Care.
Ziele
„Culture of Care“ heißt gelebte ethische Werte in den Alltag der Forschung zu integrieren – gegenüber Tieren, Menschen und der Umwelt. Dies umfasst:
- Respekt, Wertschätzung und Empathie gegenüber Versuchstieren und allen Beteiligten.
- Verantwortungsbewusste und zukunftsweisende Forschungspraxis, die Leid vermeidet und das Wohlergehen von Mensch und Tier fördert.
- Transparenz und Kommunikation, um Vertrauen in die Forschung zu stärken.
Richtlinien
Die TUM arbeitet an klaren Richtlinien der Culture of Care und verankert diese in der gesamten Organisationskultur. Sie soll sich in den Vorhaben, Forschungsprojekten, in der Lehre sowie der internen und externen Kommunikation aller TUM Schools, Forschungszentren und Institutionen widerspiegeln.
Förderung von Denk- und Verhaltensweisen,
- die kontinuierlich auf ein verbessertes Wohlbefinden von Versuchstieren und aller daran Beteiligten hinwirken
- die über die bloße Einhaltung der Vorschriften hinausgehen, indem sich jede und jeder Einzelne in der Verantwortung sieht, höchstmögliche Tierschutzstandards umzusetzen
- die all diejenigen unterstützen, die unmittelbar oder mittelbar Einfluss auf das Tierwohl und das soziale Miteinander haben: Führung, Administration, Tierhausleitungen, Tierschutzbeauftragte, Forschende, Ausbilder, Pflege- und Servicepersonal
Damit trägt die Universität den ethischen, rechtlichen und wissenschaftlichen Anforderungen Rechnung, die sich aus dem Prinzip der 3R und dem bestmöglichen Tierschutz für alle Forschungseinrichtungen ableiten.
Maßnahmenschwerpunkte
- Ständige Verbesserung der Haltungsbedingungen
- Optimierung der Versuchsmethoden
- Schulung von Pflege- und Forschungspersonal
- Umfassende Wissensvermittlung zu Themen wie Ethik, Tierschutzrecht, Handling der Tiere oder Narkose und Schmerzbehandlung (Anästhesie und Analgesie) bei Tieren
- Gewährleistung eines hohen Arbeitsschutz-Standards
- Informationen, Sensibilisierung und Hilfestellungen zu ethischen Fragen von Forschenden und Mitarbeitenden im Zusammenhang mit den Tierhaltungen
- Implementieren von klaren Rollen und Verantwortungsbereichen
- Einrichten eines Feedbackloops für Verbesserungen, Veränderungsvorschläge und konstruktive Kritik
- Verständnis über Forschungsziele und Verantwortungsbewusstsein bei allen Mitarbeitenden stärken
Weiterführende Informationen